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Interview mit Markus Vering, Innenarchitekt

Vom Raum zum Bild

Markus Vering ist Innenarchitekt und seit über 20 Jahren bei der Firma Hauff. Jährlich planen er und sein Team etwa 150 Räume für Verkaufsausstellungen in Größen von 50 bis 2.500 qm. Für die Betrachtung eines Raumes muss der Planer verschiedene Blickwinkel im Auge haben:

1. den seines Auftraggebers bzw. des Ausstellungsinhabers,
2. den der Mitarbeiter, die in der Ausstellung arbeiten und
3. natürlich den der Ausstellungsbesucher.

Wie man so viele Wünsche und Bedürfnisse strategisch plant, erzählt Markus Vering im Interview.

Wie plant man einen Raum, der so vielen Ansprüchen gerecht werden muss?
Zunächst verschaffe ich mir einen Raumeindruck. Die Lichtverhältnisse, die Raumdecken und Raumhöhen sind für die Gesamtplanung sehr wichtig. Im Kopf entstehen dann bereits Raumbilder, wie der Raum als Verkaufsraum ausshen könnte.

Wo fängt man da eigentlich an?
Bei den Wünschen unseres Kunden. Und die sind ja bei jeder Planung anders, daher ist jede realisierte Ausstellung von uns immer einzigartig. Ganz wichtig ist das Gespräch mit dem Kunden. Ich muss ihn verstehen und wissen, was er will. Auf meinem Skizzenpapier organisiere ich dann zuerst eine Raumaufteilung. Mit der Wegeführung geht es los, denn die schafft zunächst klare Strukturen.

Lassen sich denn alle Kundenwünsche realisieren?
Ja, denn für jeden Wunsch gibt es eine Lösung oder zumindest eine sehr gute Alternative. Die Kunden vertrauen hier unseren Empfehlungen, wie die Sortimente im Verkaufsraum optimal präsentiert und angeordnet sein müssen, um eine Sogwirkung zu erzeugen. Da müssen sich die Kunden schon mal von der einen oder anderen Verkaufsphilosophie lösen. Am ersten Planungsentwurf wird die Logik unserer ganzheitlichen Betrachtungsweise dann deutlich.

Was verstehen Sie unter ganzheitlicher Betrachtungsweise?
Dass die gesamte Verkaufsausstellung aus einem Guss ist. Das Raumbild muss in jedem Fall den Zeitgeist spiegeln, spannend inszeniert sein sowie Begeisterung und Wohlgefühl bei den Besuchern hervorrufen. Deshalb sind Decken, Wände und Böden die Gestaltungselemente, mit denen ich arbeite, um hoch emotionale Raumgefühle zu erzeugen. Das Lichtkonzept, die Farben, das Styling – alles spielt eine wichtige Rolle in dem großen Ganzen.

Reicht die reine Planung auf dem Papier aus, um den Kunden zu überzeugen?
Wir laden die Kunden sehr gerne zu uns nach Bad Schwartau in unsere eigene Hausausstellung ein. Hier bekommen Sie eine umfassende Übersicht über die einzelnen Möbelsysteme und Präsentationslösungen für verschiedenste Anwendungen und Produkte. Denn neben dem Design spielt auch die Technik eine große Rolle. Das können wir hier im Detail zeigen und erklären. Bei den Besuchen anderer Ausstellungen von uns erhält der Kunde zusätzliche Anregungen und Ideen für die Gestaltung seiner eigenen Ausstellung.

Wie geht es dann mit der Planung weiter?
Jede Raumperspektive wird bis ins Detail in 3D geplant. Die Planungen gehen soweit, dass man bereits Vorschläge für die Inneneinrichtung bzw. die Ausstattung macht, bis hin zu ganzen Stilwelten. Bei der gesamten Planung nehme ich die Perspektive des Besuchers ein. Welche Wahrnehmung wird erzeugt, welches Gefühl? Wenn ich dann später selbst in dem Raum stehe und spüre, dass das, was ich vorgeschlagen habe, auch in Wirklichkeit eine Wirkung entfaltet, erklärt sich von selbst, warum ich schon so lange bei Hauff bin. Mit jedem neuen Projekt wird mein Ehrgeiz geweckt, wieder eine perfekte Planung anzugehen.

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