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Interview

Martin Geiger


Wie wichtig ist Ihnen Zeitgeist?
Zeitgeist ist für mich ein Spiegel der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen. Die Tür ist das beste Beispiel dafür. Schaut man sich die Türen in einem Haus an, kann man genau erkennen, wann es gebaut wurde. Man sieht, dass der hohe Renovierungsstau im Bestand meistens aus den 90er Jahren stammt.

Der Modernisierungs- und Sanierungsmarkt macht heute den Löwenanteil beim Umsatz aus. Würden Sie von einem Türen-Boom sprechen?
Die Tür ist grundsätzlich ein Low-Interest-Produkt. Nur wer baut oder renoviert, interessiert sich auch für Türen. Aber sie ist auch ein Designelement geworden und hat sich vom funktionellen Bau- zum Gestaltungselement entwickelt. Das Wachstum der Türenindustrie in den letzten Jahren gründet auf der enormen Vielfalt der Türen, die es früher so gar nicht gab.

Welche Rolle spielt die Tür in Ihrer Ausstellungshistorie?
Sie war immer dabei und ein wichtiger Teil unserer Strategie. Wir haben das Unternehmen 1983 an diesem Standort im Gewerbegebiet zentralisiert. Auch wir mussten eine Strategie entwickeln, die uns überlebensfähig macht und haben beschlossen, uns auf den Einzelhandel nach dem Vorbild des Sanitärfachhandels mit einem 3-stufigen Vertrieb zu konzentrieren. Anfang der 90er Jahre haben wir die erste Ausstellung inklusive eines Türenstudios gebaut. 

Sie verstehen sich als Dienstleister für Ihre Handwerker. 
Wie sieht das am Beispiel der Türen aus?

Wir haben uns hochwertige Bauelemente auf die Fahne geschrieben und bieten dem Handwerker eine schöne Ausstellung in einem gehobenen Ambiente, in dem er seine Privatkunden beraten kann. Damit geben wir ihm die Möglichkeit, verstärkt im Wohnbereich tätig zu sein, um aus der Vergleichbarkeit und dem reinen Preisdruck herauszukommen. Die Türen sind ein sehr fragiles Gebiet. Bei einem Renovierungsobjekt kann jede Tür ein anderes Maß haben. Das erfordert ein sehr genaues arbeiten und exakte Kontrollen. Unsere drei Profis im Innendienst nehmen dem Handwerker viel Arbeit und Risiko ab.

Wie gestalten Sie Ihr Türenangebot, ohne selbst in die Vergleichbarkeit zu kommen?
Wettbewerb gibt es immer. Häufig fehlt anderen Holzfach- oder Baustoffausstellungen die Liebe zum Detail und die Kompetenz in der Beratung von Bodenbelägen und Türen. Mit der neuen Türenausstellung von Hauff sind wir noch mal neu angefangen und präsentieren 70 % im gehobenen und den Rest im mittleren Preissegment. Wir verkaufen mit der hochwertigen Türenpräsentation nicht nur höherwertiger, sondern auch mehr. 

Ihre Ausstellung wächst und verändert sich ständig, dem Zeitgeist sei Dank. Was ist Ihre Vision?
Das Größte für mich wäre, eine Ausstellung auf echtem Waldboden zu präsentieren. Aber die Kosten für die tägliche Putzkolonne belassen das wohl bei dem reinen Wunsch.
 
 
Geschäftsführer Alois Geiger Söhne GmbH & Co. KG, Aschaffenburg;
Bis 2012 insgesamt sechs Jahre Vorsitzender Gesamtverband Deutscher Holzhandel e. V. (GD-Holz), heute Vorstandsmitglied; Unter seiner Federführung erfolgt die Reorganisation des Verbandes und der Umzug von Wiesbaden nach Berlin; Er trieb das Thema Nachhaltigkeit voran und rief die Branchen-Image-Kampagne „Holz vom Fach“ ins Leben, um die 1700 Standorte des Holzfachhandels in Deutschland in das Bewusstsein der Endverbraucher zu rücken; „Holz vom Fach“ ist zur Marke geworden und steht für Vertrauen, zertifiziertes Holz und professionelle Beratung vom Fachhändler.

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